Die Sturmkönige – Dschinnland

Dschinnland Book Cover Dschinnland
Die Sturmkönige
Kai Meyer
Fantasy in 1001 Nacht
Bastei Entertainment
7. April 2012
eBook / Taschenbuch
432 (Print)

Gastautor Enni

Cover:
Ich besitze die Printausgaben von 2002. Die Cover der alten Bände sind exakt die gleichen wie in den Ebooks – und das finde ich wunderbar!
Die Cover zeigen die Protagonistin Sabatea und geben sie sehr gut wieder. Dadurch, dass ihr Gesicht nie ganz sichtbar ist, kann man als Leser trotzdem seine eigene Fantasie spielen lassen. Das Flair der Magie und des Orients weht dem Betrachter sanft entgegen.
Es wäre eventuell gut gewesen, wenn man als Hintergrund ein wenig das Setting – die fantastische Welt von 1001 Nacht – eingearbeitet hätte, damit der Leser noch mehr spürt, was ihn erwartet.
Die neuen Cover von 2016 gefallen mir nicht so ganz. Zwar wird hier mehr Augenmerk auf Handlungsaspekte gegeben, aber der Funke will nicht so recht überspringen, so wie es die alten Cover bei mir tun.

 
(das neuste Cover)

Die Charaktere:
Tarik – Nachfolger seines Vaters, schmuggelt jahrelang Drachenhaar aus dem fernen China mitten durch das gefährliche Dschinnland nach Bagdad, wo es zu fliegenden Teppichen verarbeitet wird. Durch schwere Schicksalsschläge gab er dies auf und wurde ein Stammgast in Tavernen und Hurenhäusern. Trotz all seiner Fehler, hat er das Herz am rechten Fleck, auch wenn er das selbst nicht wahr haben will.
Junis – der jüngere Bruder von Tarik, steht in seinem Schatten und versucht starrköpfig alles, um seinen eigenen Weg zu finden. Er ist idealistisch aber leider einfach zu manipulieren und sehr impulsiv.
Sabatea – die schöne Sklavin aus dem Palast des Herrschers von Samarkand spielt ein doppeltes Spiel. Sie ist mehr, als sie vorgibt zu sein und beherrscht es wie keine andere, die Menschen in ihrem Umfeld nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Normalerweise sollte sie das unsympathisch machen, doch irgendwie kann man ihr nicht so recht böse sein, weil man bemerkt, dass ihr Weg vermutlich nicht ganz ihre eigene Wahl war.
Der Narbennarr – ein Dschinnfürst, der sich einen eigenen Körper geschaffen hat. Er ist düster und böse – doch man merkt schnell, dass in dieser Welt alles eine Frage der Perspektive ist. Er sieht mehr als andere und geht seinen eigenen Weg. Als Widersacher ist er fürchterlich und seine Außerweltlichkeit umgibt ihn stets wie ein unsichtbarer Nebel.

Die Geschichte:
Wir tauchen ein in die magische Welt des fernen Orients. In Samarkand begegnen wir dem Teppichreiter Tarik inmitten eines Wettrennens auf fliegenden Teppichen. Sein Bruder Junis ist auch mit von der Partie – nur leider mögen sich die beiden gar nicht. Nach einem Höllenritt durch die nächtlichen Balkone und Lichter der alten Stadt, begegnet Tarik der Palastsklavin Sabatea. Die will Tarik überzeugen, sie nach Bagdad zu bringen – mitten durch das gefährliche Dschinnland. Da er nicht ganz wie gewünscht auf ihre erotischen Avancen anspringt, schnappt sie sich kurzerhand seinen Bruder Junis, der ihr sofort mit Haut und Haaren verfallen ist.

Um seinen Bruder trotz aller persöhnlicher Widrigkeiten zu beschützen, reist Tarik ihnen hinterher und stellt bald fest, dass die schöne Sklavin ihr eigenes Spiel spielt und jedes Wort, jede Geste genau geplant hat. Und obwohl er ihr Spiel schnell durchschaut, kann er ihrem Spinnennetz nicht entkommen. Warum, das weiß er selbst nicht so genau, denn seine eigene Vergangenheit hält ihn fest in ihren Klauen. Doch bald gerät auch die mysteriöse Sabatea ins Straucheln, als sie dem wilden Grauen im Dschinnland begegnet. Schließlich treffen sie auf Rebellen, die sich mit wilder Magie die Stürme selbst Untertan gemacht haben sollen und vielleicht die einzige Hoffnung in diesem aussichtslosen Kampf darstellen.

Als mit der Zeit klar wird, dass die glühende Welt der Wüste und der magischen Wesen sich mehr verändert haben, als geahnt, und die Dschinns viel weiter hinter die Kulissen der Realität zu schauen vermögen, bekommt ihre Reise einen Schwenk, der die Welt erschüttern wird.

Meine Meinung:
Kai Meyer hat einen spannenden Auftakt für seine Trilogie geschaffen. Auch wenn das Buch älter ist und ich es nun nach Jahren zum zweiten Mal gelesen habe, konnte es mich wieder packen.
Ich hätte mir anfangs gewünscht, dass der Autor die Welt des Orients mehr zeichnet, damit man besser eintauchen kann. Dass er dies kann, zeigt er eindrucksvoll in den Szenenbeschreibungen der Wüste und Berge.
Womit Kai Meyer unangefochten punktet, sind die Charaktere in diesem Roman. Alle sind sie sympathisch, sogar die Gegner. Dadurch erschafft er ein Setting in der nichts einfach nur schwarz und weiß ist. Vor allem Sabatea macht es dem Leser nicht leicht, eindeutige Urteile zu fällen.

Das Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung und 4 Sterne.

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